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Systemische Astrologie

abbildungOder: Was heißt hier systemisch?

Im Herbst 2008 erscheint mein neues Buch “Systemische Astrologie - Konstellationen sind Lösungen” im Chiron Verlag. Es enthält die Essenz meiner bisherigen Arbeit als Astrologe, der sich in systemisch-konstruktivistischen Sichtweise verpflichtet fühlt. Dabei war es mir ein besonderes Anliegen, nicht nur einen theoretischen Hintergrund für eine systemische Astrologie zu eröffnen, sondern auch praktische Herangehensweisen an das Horoskop darzustellen, die eine systemische Sichtweise auf den Menschen im Beratungsprozess begünstigen, zum Beispiel die Haltung der Lösungsorientierung.

Systemische Astrologie: Konstellationen sind Lösungen
Autor: Christopher Weidner
ISBN: 389997168X

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Meine “systemischen Weihen” habe ich in der vierjährigen Ausbildung zum Systemischen Strukturaufsteller am SySt-Institut unter der Leitung von Mathias Varga von Kibéd und Insa Sparrer erhalten. Dort habe ich nicht nur die besondere Art und Weise der Strukturaufstellungen erlebt und erlernt, sondern auch gelernt, genau darauf zu achten, wovon ich spreche, wenn ich “systemisch” sage - eine Präzision in der Verwendung des Wortes, die meines Erachtens unbedingt angebracht ist, zumal systemisch en vogue ist und man sich gerne - auch in Astrologenkreisen - damit schmückt.

Aber kann ich mir sicher sein, dass andere, die von einer “systemischen Astrologie” sprechen, das Gleiche darunter verstehen wie ich? Ich kann es nicht. Meine Erfahrung lehrt mich sogar, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich etwas anderes darunter verstehe, sehr groß ist. Das kommt zum Teil daher, dass systemische Ansätze in der Astrologie noch nicht sehr lange Eingang gefunden haben, und daher der Begriff noch sehr wenig Konturen in diesem Zusammenhang gewonnen hat. Es liegt aber auch daran, dass der Hintergrund, vor dem diese Kombination von „systemisch“ und „Astrologie“ zuerst geschehen ist, geprägt ist von etwas, dass zwar heute allgemein als wenig systemisch betrachtet wird, aber die erste Verwendung dieses Begriffs im Kontext der Astrologie geprägt hat: das „Familienstellen“ nach Hellinger. Warum diese Art der Aufstellungsarbeit auch als „systemisch“ bezeichnet wurde (und wird), liegt wohl in erster Linie daran, dass immer wieder von der Familie als „System“ die Rede ist. Da jedoch im Familienstellen sehr wichtige andere Grundzüge des systemischen Denkens und Arbeitens, wie zum Beispiel der Konstruktivismus, die Prinzipien der Autopoiese, aber auch die daraus abgeleiteten Prinzipien der Lösungsorientierung, etc. vernachlässigt werden, fragt man sich heute zurecht, ob hier das Eigenschaftswort „systemisch“ nicht unpassend geworden ist. Das soll nicht als Bewertung verstanden werden, und wird es auch nicht, wenn wir der Versuchung widerstehen, „systemisch“ mit gut gleichzusetzen. Familienstellen stellt zwar so etwas wie ein System der Familie auf, ist aber in der gesamten Herangehensweise, dem Bild vom Menschen und seiner Einbettung in die Welt, sehr weit entfernt von dem, was systemische Praktiken heute ausmachen. Das sagt nichts über die Nützlichkeit oder die Qualität der Arbeit derjenigen aus, die Familienstellen praktizieren.

Doch wenn wir von einem Verständnis des Systemischen ausgehen, wie es sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in der Praxis vieler Berater und Therapeuten ausgebildet hat, passt auf diese Art der astrologischen Arbeit der Begriff „Systemische Astrologie“ nur sehr bedingt und nur unter Preisgabe wertvoller Möglichkeiten, die das systemische Denken letztlich der Astrologie schenken kann.

Hier setzt mein Buch an: Ich möchte nicht eine neue astrologische Lehre begründen oder ein neues Methodenbündel auf den Markt werfen, sondern ich möchte Astrologie von Anfang an systemisch „denken“, und zwar so, dass das volle Potenzial des Systemischen zum Einsatz kommen kann. Es geht nicht darum, Astrologie mit mehr oder weniger systemischen Praktiken zu verbinden, diesen oder jenen nützlichen systemischen Gedanken hinzufügen, sondern Astrologie von Grund auf systemisch wahrzunehmen – so weit dies eben möglich ist.

Wittgenstein schreibt in seinen Philosophischen Untersuchungen 43:

“Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprachei.“

Beginnen wir also damit, den Gebrauch des Wortes für die Astrologie auf ein systemischeres Fundament zu stellen, in der Hoffnung, das viele dieser Anregung folgen mögen.

Wann ist Astrologie systemisch?

Kurz gefasst gilt: Eine systemische Astrologie verwendet die Mittel der Astrologie, um Systeme abzubilden. Sie unterscheidet sich daher in erster Linie von den übrigen Formen der Astrologie, dass sie

  1. … stärker betont, dass die Gegenstände Ihrer Betrachtung als Systeme verstanden werden können.
  2. … Methoden der Deutung favorisiert, die eine systemischere Betrachtung der Welt begünstigen.
  3. … die Interpretation selbst deutlicher als Vorgang im Rahmen eines systemisch zu verstehenden Prozesses betrachtet.

Daraus ergeben sich mindestens drei Fragestellungen, die eine systemische Astrologie interessieren:

  1. Auf welche Weise betrachte ich als Astrologe die Welt am besten, damit ich sie besser als System wahrnehmen kann? Worauf achte ich, wenn es um eine systemische Sichtweise der Welt und des Menschen geht?
  2. Welche Herangehensweisen an das Horoskop ermöglichen, meine Beobachtungen leichter im Sinne einer systemischen Betrachtung der Welt auf die Deutung des Horoskops zu übertragen?
  3. Welche Auswirkungen auf meine Deutung hat es, wenn ich das Horoskop in diesem Sinne auslege? Wie verändert dies den Sprachgebrauch im Rahmen der Interpretation? Wie wirkt sich dies auf die Beratungspraxis aus?

Klar ist, dass eine systemische Astrologie nicht einfach neue Methoden oder neue Techniken in den Raum stellt. Eine systemisch verstandene Astrologie stellt eine neue Sichtweise auf sämtliche Prozesse der astrologischen Praxis zur Verfügung.

Es beginnt bei der Betrachtung der Gegenstände der Astrologie, das sind in der Regel Menschen, deren Horoskope gedeutet werden. Hier gilt es herauszufinden, durch die Brille welches Weltbildes ich am besten blicke, um einen Menschen als in systemische Zusammenhänge eingebettet verstehen zu können. Es geht weiter mit der Deutungsmethodik, bei der sich die Frage stellt, wie wir auch bei der Umsetzung der astrologischen Symbolsprache nach systemischen Gesichtspunkten vorgehen können. Zum Schluss gilt es zu klären, wie die aus dieser Betrachtung des Horoskops entwickelten Informationen im Rahmen einer Beratung so umgesetzt werden können, dass sie ihre größte Nützlichkeit für den Klienten entfalten können. Die Frage ist dabei, welche Methoden fördern und vertiefen Erkenntnisprozesse beim Klienten und woran erkenne ich als Astrologe das? Welche Haltung des Astrologen ist bei der Vermittlung astrologisch erzeugter Informationen dabei nützlich?

Dies sind die Ausgangsfragen, mit denen ich mich in meinem Buch beschäftige.


Hinweis: Im Anhang finden Sie nützliche Materialien zur Lektüre des Buches zum kostenlosen Download!

 

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Systemische Astrologie: Konstellationen sind Lösungen
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[file] Entsprechungen von Zeichen, Planeten und Häusern
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